Ein seltenes Terrarientier: Der Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Noch krabbelt der Feuersalamander (Salamandra salamandra) durch deutsche Wälder und Feuchtbiotope.
Mittlerweile zählt er zu den häufigsten tierischen Verkehrsopfern nach Igeln und Erdkröten.
In den vergangenen Jahrhunderten glaubte der Mensch, das die Hautsekrete nicht nur todbringend giftig seien, sondern auch Brände löschen können. Daher hat dieser Lurch den Namen “Feuer”-Salamander.
Zahlreiche Feuersalamander fielen so in der Vergangenheit den Feuertod zum Opfer.
Gemäß Bundesartenverordnung und Bundesartenschutzgesetz ist Salamandra salamandra in Deutschland in der heutigen Zeit “besonders geschützt”.
Dies bedeutet unter anderem, dass die Tiere weder eingefangen, verletzt oder gar getötet werden dürfen.
Der Feuersalamnder ist im westlichen, südwestlichen und mittleren Deutschland schwerpunktmäßig beheimatet.
Salamandra salamandra ist ein ausgeprägtes Waldtier. Er ist an Laubwälder gebunden und bevorzugt die Waldrandlagen.
In Gebieten wo der Wald verschwunden ist, kann er sich als Faunenrelikt halten.

Mitteleuropäische Feuersalamander erreichen eine max. Körperlänge von 23 cm und ein Körpergewicht von ca. 40 Gramm.
Salamandra salamandra besitzt paarig ausgebildete, sehr auffällige Ohrdrüsen. Zur Abwehr von Feinden können diese zusammen mit am Rücken lokalisierten Drüsenreihen ein weißliches, giftiges Sekret absondern.
Stark gestresste Tiere sind in der Lage, das Gift in dünnen Strahlen bis über einen Meter auszustoßen.
Das Sekret des Feuersalamanders kann beim Menschen ein leichtes Brennen auf der Haut auslösen. Bei sehr empfindlichen Menschen können sich Übelkeit , Atembeschwerden und Erbrechen einstellen.
Das Vomeronasale Organ dient dem Geruchssinn. Es besteht aus winzigen Einbuchtungen auf beiden Seiten der Nasenschleimwand. Die Sinneszellen dieses Geruchsorgan sind auf die olfaktorische Wahrnehmung bestimmter Stoffe spezialisiert.
Vermutlich hängen auch die erstaunliche Ortstreue der Tiere beim Auffinden der Laichplätze sowie der Sommer- und Winterquartiere mit dem Vomeronasalen Organ zusammen.
Feuersalamander müssen sich (insbesondere heranwachsende) häuten. Nach vollzogener Häutung sind die Farbkontraste der schwarz-gelben Oberfläche am intensivsten.

Nach einer Aktivitätsphase kehrt Salamandra salamandra im bekannten Gelände immer zum Tagesversteck zurück (hier im Terrarium).
Die Paarung des Feuersalamanders stellt einen Sonderfall unter den in Eurpoa heimischen Amphibien dar. Feuersalamander paaren sich ausschließlich an Land.
Die Paarungszeit erstreckt sich von Mitte April bis September, mit einem klaren Schwerpunkt im Juli.
Das Männchen kriecht unter das Weibchen. Dann wird das Weibchen mit den Vorderbeinen umschlungen und festgehalten.
Nun setzt das Männchen sein Samenpaket auf dem Untergrund ab und schiebt seinen Unterleib zur Seite, so das die Kloake des Weibchens darauf zum Liegen kommt.
Der Samen kommt so in einen speziellen Samenbehälter des Weibchens. Das Weibchen ist in der Lage, den Samen des Männchens mehrere Jahre aufzubewahren. Dadurch ist das Weibchen in der Lage über mehrere Jahre auch ohne Sexualpartner für Nachwuchs zu sorgen.

Die Winterquatiere werden meist Ende Oktober/ Anfang November aufgesucht. Die Winterruhe erfolgt überwiegend unterirdisch.

Vorzugsweise in wasserführenden Fels- und Bodenspalten, Brunnenstuben, Bergwerksstollen sowie in Höhlen liegen die Verstecke.
Nach 8- 9 Monaten (meist im Spätherbst) endet die Embryonalphase. Überwiegend nachts sucht das Weibchen das Laichgewässer auf. Sie bewegt ihren Hinterleib ins Wasser, um ihren Nachwuchs schubweise innerhalb mehrerer Tage abzusetzen.
Die Eihüllen platzen im Moment des Gebärens auf. Der Feuersalamander laicht also nicht, sondern ist Lebendgebärend.
Die anfangs unscheinbar bräunlich gefärbten Larven sind 25-35 Millimeter groß. Erst nach 3- 6 Monaten (abhängig von der Wassertemperatur) entwickeln sie sich zum Landtier.
Anders als beim Alpensalamander.
Auf dem Speiseplan der adulten Salamandra salamandra stehen wirbellose Organismen wie Asseln, kleine weiche Käfer, Schnecken etc.
In der Schweiz steht der Feuersalamander auf der Roten Liste und wird als “gefährdet” eingestuft.
Im nordostdeutschen Tiefland fehlt er komplett. Auch im südwestlichen Bayern (südl. der Donau) gibt es starke Verbreitungslücken.
Auf TerraNet.TV gibt es einen Filmbeitrag: Der Feuersalamander als Terrarientier.








