VIDEO: Der Irrtum eines Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus)
Hier haben sich verschiedene farblich und in der Größe voneinander abweichende Lokalformen entwickelt.
Die im Norden lebenden Jemenchamäleons übertreffen die im Süden lebenden Chamaeleo calyptratus an Farblichkeit und Größe.
Die systematische Stellung dieser interessanten Tierart bedarf noch der Klärung.
Die derzeit in Terrarien verbreiteten Jemenchamäleons lassen sich keiner vorkommenden Lokalform oder Unterart mehr zuordnen. Sie sind durch Vermischung entstanden.
Mit einer Maximallänge von über 60 cm gehört das Jemenchamäleon zu den größeren Vertretern der Familie Chamaeleoridae.
Die interessante Färbung beider Geschlechter ist in erster Linie stimmungsabhängig und variiert sehr stark. Das bunte Kleid umfasst grün, braun, schwarz, weiß, gelb und orange, sowie viele Zwischentöne.

Männchen tragen einen nach hinten laufenden, helmartigen Hirnschädel auf dem Kopf. Mit der Zunge sind sie zielsichere Jäger.

Der Hirnschädel der weiblichen Jemenchamäleons ist wesentlich kleiner und unauffälliger, genau wie ihr gesamtes Erscheinungsbild.
Den Tag verbringen Jemenchamäleons meist auf Akazien (Mimosengewächse) in ein bis drei Meter Höhe. Auch auf Euphobien (Wolfsmilchgewächse) und Nutzpflanzen, selten auf dem Boden sind sie in ihrer Heimat zu finden.
Auf ihrem Speiseplan stehen Kleintiere, meist Insekten. Aber auch Wirbeltiere bis zu einer Größe von halbwüchsigen Mäusen werden von ihnen verspeist. Die Beute wird in Chamäleonmanier mit der Zunge “geschossen”.
Zur Ergänzung des Wasserhaushalts wird zusätzlich pflanzliche Nahrung aufgenommen.
Die Männchen von Chamaeleo calyptratus sind typische Einzelgänger, die ihr Revier gegen andere Männchen verteidigen.
Schon 4 Monate alte Männchen verhalten sich untereinander aggressiv. Die Weibchen sind untereinander verträglicher.
Im natürlichen Lebensraum ist das Weibchen des Jemenchamäleons einmal im Jahr paarungsbereit. Zu erkennen an der türkisblauen Färbung im oberen Rückenbereich.
Die sich mehrmals täglich wiederholenden Paarungen dauern 10-30 Minuten. Die Männchen legen dazu ein Balzkleid an.
Die anschließende Trächtigkeit wird vom Weibchen durch eine dunkelgrüne, fast schwarze Grundfarbe, mit gelben und türkisblauen Flecken angezeigt.
Nach 20- 30 Tagen gräbt das weibliche Jemenchamäleon eine tunnelförmige Höhle. In diese legt sie 30-40 etwa 15 mm lange und 10 mm breite Eier.
Danach wird die Höhle verschlossen. Das Jemenchamäleon betreibt keine Brutpflege. Je nach Temperatur schlüpfen die 55-75 mm langen Jungtiere nach fünf bis neun Monaten.
Der Erwerb eines Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) ist meldepflichtig. Der Verkäufer eines Jemenchamäleons ist verpflichtet, dem Käufer diese Meldepflicht mitzuteilen.



