Die Sulawesi-Kröte (Ingerophrynus celebensis) rettet Kakaoernte in Indonesien

(Foto: Thomas C. Wanger) Die Sulawesi-Kröte (Ingerophrynus celebensis) frisst selektiv eine eingeschleppte Ameisenart.
Mmh, lecker…
Warm oder kalt, am besten mit Sahnehäubchen.
So genießen wir eine schöne Tasse Kakao. Aber…
Eingeschleppte Ameisen bedrohen die Kakaoernte in Indonesien.
Die Art ist sehr aggressiv und bedroht den Bestand und die Vielfalt der in Indonesien heimischen Ameisen.
Diese verhindern die Ausbreitung bestimmter Krankheiten im Kakaoanbau.
Jetzt haben Wissenschaftler eine entscheidende Entdeckung gemacht: Kröten könnten Kakaoernte in Indonesien sichern.
Eine Göttinger Studie zeigt den Weg der natürlichen Bekämpfung von aggressiven Ameisen.
Der Schutz einheimischer Kröten in Indonesien könnte sich für die dortigen Kakaobauern lohnen.
Wissenschaftler der Universität Göttingen und der University of Adelaide in Australien haben gezeigt, dass sich eine einheimische Krötenart auf der indonesischen Insel Sulawesi von den eingeschleppten Ameisen ernährt und so ihre Verbreitung verhindert.
Indonesien ist der drittgrößte Kakaoproduzent der Welt. Die Kakaoernte spielt eine enorme Rolle in der Wirtschaft des Landes.

(Foto: Frank Logemann) Die arme Bevölkerung Sulawesis ist auf die gute Ernte der Kakaobohnen angewiesen.

(Foto: Thomas C. Wanger) Die gelbe Spinnerameise (Anoplolepis gracilipes) wurde eingeschleppt und sie verdrängt die einheimischen Arten.

(Foto: Frank Logemann) Einige Hütten im Anbaugebiet sind schon verlassen. Ob es an den Ameisen liegt, ist unklar.
Die gelbe Spinnerameise ist eine Ameisenart, die versehentlich im Norden Australiens, auf der Weihnachtsinsel im indischen Ozean, Indonesien und anderen tropischen Lebensräumen eingeführt wurde.
Dort richtet sie als Neozoon (Tierarten, die direkt oder indirekt von Menschen in andere Gebiete eingeführt werden und sich dort etablieren) beträchtliche Schäden an.
Die ursprüngliche Heimat der Spinnerameise ist unbekannt.

(Foto: Thomas C. Wanger) Die Sulawesi-Kröte (Ingerophrynus celebensis) macht des nachts Jagd auf die Invasoren.

(Foto: Thomas C. Wanger) Die Tiere sehen zwar interessant aus, aber sie sind aggressiv und vedrängen nützlichen Ameisenarten.
Ingerophrynus celebensis (die Sulawesi-Kröte) ist mit ihrer geringen Größe (Männchen 5,5 cm, Weibchen bis 7 cm), eine relativ klein bleibende Amphibienart.
Trotzdem steuert sie eine wichtige ökologische und kostenlose Dienstleistung zur Kakaoproduktion bei. Auf ihren nächtlichen Streifzügen auf den Kakaofeldern ernährt sie sich hauptsächlich von der gelben Spinnerameise.
Angesichts des weltweiten Rückgangs von Amphibien verdient dies besondere Beachtung.
Quelle: Thomas C. Wanger et al. Endemic predators, invasive prey and native diversity. Proceedings of the Royal Society – Biological Sciences. Doi: 10.1098/rspb.2010.1512.




