Diese Blindschleiche sonnt sich gefährlich nahe am Rand eines Fahrradwegs. Als Kulturfolger begibt sie sich häufig in solche Situationen.

Diese Blindschleiche sonnt sich gefährlich nahe am Rand eines Fahrradwegs. Als Kulturfolger begibt sie sich häufig in solche Situationen.

Immer wieder erspäht das geübte Auge des Abenteurers im eigenen Land Seltenes und Interessantes aus der Fauna.

Diesmal kreuzt eine Blindschleiche (Anguis fragilis) seinen Weg am Rande der Natur.

Ist sie nun wirklich blind? Oder warum ist sie unter diesem Namen bekannt?

Aufgrund ihres langgestreckten und beinlosen Körpers wird sie häufig mit einer Schlange verwechselt.

Dies führt oft dazu, das Menschen diese völlig harmlose Schleiche aus Unwissenheit töten.

Die Blindschleiche ist aber eine Echsenart innerhalb der Familie der Schleichen.

Der Trivialname wird auf das Althochdeutsche “plintslicho” zurückgeführt. Nach allgemeiner Auffassung bedeutet dieser Ausdruck in etwa blendender/blinkender Schleicher. Dies soll sich auf die glatte Schuppenhaut, sowie die typische Fortbewegung beziehen. Vermutlich entstand auf Grund eines Interpretationsfehlers des Wortes “plintslicho” der Name Blindschleiche

Solch ein etwas feuchtes, wildwüchsiges Biotop wird von Blindschleichen als Lebensraum bevorzugt.

Solch ein etwas feuchtes, wildwüchsiges Biotop wird von Blindschleichen als Lebensraum bevorzugt.

Viele Blindschleichen (Angus fragilis) erleiden den Verkehrstot. Der Mensch ist ihr größter Feind, noch vor den natürlichen Fressfeinden.

Viele Blindschleichen (Angus fragilis) erleiden den Verkehrstot. Der Mensch ist ihr größter Feind, noch vor den natürlichen Fressfeinden.

Die Blindschleiche kann eine Gesamtlänge von etwa 50 cm erreichen. Sie hat einen langgestreckten, im Querschnitt kreisrunden Körper.

Unvermittelt geht der recht kleine, hohe Kopf in den Rumpf über. Der in einer hornigen Spitze endende Schwanz ist nicht vom Rumpf abgesetzt und oft etwas länger.

Bei Gefahr kann die Blindschleiche ihren Schwanz an mehreren Sollbruchstellen abwerfen. Anders als bei “Echten Echsen” wächst der Schwanz aber nicht nach.

Es bildet sich an der Sollbruchstelle ein kurzer, halbkugeliger Stumpf. Blindschleichen dürfen nicht an ihren hinteren Körperabschnitt festgehalten werden. Dies kann zum Abwerfen des Schwanzes führen, wodurch das Tier zeitlebens verstümmelt bleibt.

Den Winter verbringen die Blindschleichen (Anguis fragilis) in Kältestarre bzw. Ruhe. Dafür suchen sie sich möglichst frostfreie Verstecke.

Den Winter verbringen die Blindschleichen (Anguis fragilis) in Kältestarre bzw. Ruhe. Dafür suchen sie sich möglichst frostfreie Verstecke.

Die Kältestarre beginnt im Laufe des Oktobers und endet im März bis Anfang April, wenn die Außenbedingungen es zulassen.

Die Kältestarre beginnt im Laufe des Oktobers und endet im März bis Anfang April, wenn die Außenbedingungen es zulassen.

Regelmäßig findet die Überwinterung gesellig statt. Gruppen von 5 – 30 Individien sind keine Seltenheit. Häufig bohren sie sich unterirdische Gänge von 15 – 100 cm Länge.

In Deutschland kommt die Blindschleiche als häufigstes Reptil in fast allen Regionen vor. Sie ist ein sogenannter “Kulturfolger”.

Leider wird Anguis fragilis, die Blindschleiche, oftmals mit einer Schlange verwechselt und getötet.

Leider wird Anguis fragilis, die Blindschleiche, oftmals mit einer Schlange verwechselt und getötet.

Feuchtwiesen mit Totholz sind ein ideale Lebensraum für die kleinen Schleicher.

Feuchtwiesen mit Totholz sind ein ideale Lebensraum für die kleinen Schleicher.

Die Paarungszeit liegt meist zwischen Ende April und Juni. Die Tragzeit der Weibchen beträgt 11 – 14 Wochen. Die Jungtiere kommen umhüllt in einer dünnen, transparenten Eihülle zur Welt. Sie wird sofort von den kleinen Blindschleichen durchstoßen. Die Jungtiere haben eine Länge von 7-10 cm.

Die Lebenserwartung einer Blindschleiche (Anguis fragilis) beträgt bis zu 40 Jahre. Durch Verkehrstot, Fressfeinde (Fuchs, Rabenvögel, Reiher etc.) und Menschen wird dieses Alter in der freien Natur kaum erreicht.

Noch ist dieser kleine Schleicher häufig in Deutschland anzutreffen. Dennoch steht er unter Natur- und Artenschutz.

Die Blindschleiche darf nicht gefangen oder verletzt werden!